Das 49-€-Deutschlandticket: leicht zu starten, schwer zu stoppen
Das Deutschlandticket kam im Mai 2023 als eines der besten Angebote im europäischen Reiseverkehr: 49 € im Monat für unbegrenzte Fahrten mit Regionalzügen, Straßenbahnen und Bussen im ganzen Land. Was beim Anmelden fast niemand erwähnte: wie viel schwerer es sein würde, wieder auszusteigen, als einzusteigen.
Anders als das 9-Euro-Sommerticket, das es ablöste und das einfach auslief, ist die 49-Euro-Variante ein unbefristetes Abo, das sich jeden Monat von selbst verlängert. Um es zu beenden, muss man bis zum 10. des Monats kündigen, damit es zum Ende desselben Monats wirkt. Verpasst man den 10., und sei es um einen Tag, wird ein weiterer voller Monat berechnet.
Diese Frist stand selten dort, wo es darauf ankam. Fahrgäste berichteten von keiner Warnung auf der Bestellseite, von Kündigungshinweisen, die in deutschsprachigen App-Meldungen untergingen, und von Kündigungsschaltflächen, die seltsam schwer zu finden waren. Die Regeln waren nicht einmal überall gleich: kündigen kann man nur bei genau dem Anbieter, bei dem man gekauft hat, und manche setzten die Frist noch vor den 10. Viele befolgten die Schritte, glaubten gekündigt zu haben, und sahen im nächsten Monat trotzdem 49 € von ihrem Konto abgehen.
Es ist ein kleiner Betrag, aber die Reibung ist der Punkt. Ein Ticket, dessen Abschluss zwei Minuten dauert, sollte nicht eine Kalendererinnerung und das genaue Lesen des Kleingedruckten brauchen, um es zu beenden. Wenn Sie damit langsam durch Deutschland reisen, stellen Sie sich für den 9. einen Wecker, kündigen Sie über dasselbe Portal wie beim Kauf, und bewahren Sie die Bestätigung auf.
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