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Digitale Detox-Fernsehen: Warum "langweiliges" TV gerade seinen Moment hat

Eine Zeit lang bewegte sich das Fernsehen nur in eine Richtung: kürzere Folgen, schnellere Schnitte, mehr Geschehen pro Minute, darauf ausgelegt, dass man nicht wegschaut. Langsames Fernsehen bewegt sich gegen all das. Eine Zugfahrt, eine Küste, eine Straße in der Dämmerung, lang gefilmt und ganz gezeigt, ohne dass etwas nach Aufmerksamkeit verlangt, aber auch ohne dass man bestraft wird, wenn man wegschaut.

Dieser Unterschied beginnt mehr zu zählen als früher. Die meisten Menschen verbringen ihren Tag ohnehin schon damit, zwischen Tabs, Benachrichtigungen und Feeds hin- und hergerissen zu werden, die nie wirklich enden. Einen Kanal ohne Handlung und ohne etwas, das zu Ende geht, einzuschalten, ist eine kleine, bewusste Pause davon. Man verpasst nichts, wenn man zehn Minuten verpasst. Man muss sich nicht konzentrieren. Der Ort ist einfach da, in seinem eigenen Tempo, egal ob man halb hinschaut oder ganz vertieft ist.

Wir verstehen unsere Kanäle nicht als Hintergrundgeräusch, auch wenn sie dafür ebenfalls gut funktionieren. Wir verstehen sie eher als eine Art Fernsehen für einen anderen Appetit: nicht mehr Reiz, sondern weniger, und ein Ort, der genauso ruhig bleibt, wie er war, als man ihn einschaltete.