Die Geburtsstätte des Slow TV: Wie alles in Norwegen begann
Im November 2009 filmte der norwegische öffentlich-rechtliche Sender NRK die gesamte Zugfahrt von Bergen nach Oslo und strahlte sie ohne einen einzigen Schnitt aus. Sieben Stunden Gleise, Tunnel, Schnee und Bahnhöfe, gezeigt genau so, wie sie geschahen. Kritiker erwarteten, dass niemand zuschauen würde. Fast ein Fünftel der norwegischen Bevölkerung schaltete irgendwann während der Sendung ein.
NRK nannte es sakte-TV, langsames Fernsehen, und machte weiter. Zwei Jahre später filmte der Sender die vollständige sechstägige Reise der Küstenfähre Hurtigruten entlang der norwegischen Küste, die Kameras liefen die ganze Zeit. Beide Sendungen zeigten denselben stillen Reiz: Nichts steuerte auf irgendetwas hin. Man konnte für fünf Minuten oder fünf Stunden einschalten, und in beiden Fällen war man einfach da.
Das Genre verbreitete sich von Norwegen aus zu Sendern und Streaming-Diensten auf der ganzen Welt, und genau diese Idee steckt hinter jedem Kanal hier. Lange, ungeschnittene Reisen, ganz gezeigt, damit ein Ort einem so lange Gesellschaft leisten kann, wie man bleiben möchte.
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